Ich habe heute mein Programmheft des Rendsburger Herbst aus der Zeitung geschüttelt. Was soll man sagen: es ist halt ein Programmheft, die Funktion erfüllt es.
Aber zum Mitnehmen ist das riesige Teil ungeeignet, weil es nach drei Mal falten noch immer nicht in die Hosentasche passt. Und zum Werben ist das Teil ungeeignet, weil da jemand zwar viel Wert auf Gestaltung gelegt hat, aber ohne jedes Talent mit seiner Kamera losmarschiert ist — und das sieht man den Fotos an, die da zwischen den Bandportraits das Heft schmücken. Von Spannung, Spaß, einem Stadtfest keine Spur, stattdessen langweilige Fotos von einem Jahrmarktkarussell ohne Beleuchtung, Besucher und gutes Wetter, vom Bacardi-Stand, an dem zur gleichen Zeit ebenso wenig los ist — man könnte glatt meinen, die vier Tage Ende August seien verdammt öde, wären da nicht hin und wieder noch ein paar Schnappschüsse mit Menschen drauf. Aber für einen Werbeprospekt alles ungeeignet.
Noch schlimmer ist dieses Jahr die Webseite des Stadtfestes. Obwohl, schlimm war sie schon letztes Jahr, aber letztes Jahr gab’s immerhin noch einigermaßen interessanten Inhalt. Das Programm auf dem iPhone zu lesen war zwar schon damals eine Qual, ist aber dieses Jahr dank Flash-Browser unmöglich, außer man lädt sich das riesige PDF herunter. Aber außer dem Programm und einer Hotline gibt es dieser Jahr — nichts. Keine Fotos, keine Hintergründe, keine Geschichte, nein, nicht einmal das Grußwort des Bürgermeisters hat es ins Netz geschafft, geschweigedenn aktuelle Informationen, nichts, das es rechtfertigen könnte, die Seite noch ein zweites Mal anzusurfen.
„Herzlich Willkommen!“, steht da auf der Startseite und darunter acht orangefarbene Begriffe:
27. – 30. August
4 Tage
8 Bühnen
90 Musik-Acts
100 x Mitmachspass für Kinder
Spiel Sport Spass
Jahrmarkt
Verkaufsoffener Sonntag
Wer auch immer die Seite gebaut hat, er hat sich keine Mühe gegeben. Man hätte auch einen kleinen Fließtext über den Rendsburger Herbst schreiben können, aber stattdessen hat man sich entschlossen, dem Besucher einfach ein paar Begriffe um die Ohren zu schlagen und die sind dann auch noch so sinnlos wie „4 Tage“, was sich jeder selbst hätte ausrechnen können, oder „Spiel Sport Spaß“.
Immerhin hat man sich überlegt, was man denn in den Footer schreiben könnte. Genützt hat es wenig:
Stadtseegelände-Arsenal : Paradeplatz : Hans-Heinrich-Beisenkötter Platz : Altstädter Markt : Schiffbrückenplatz
Brückenvorplatz Obereider : Obereiderhafen : Eiland : Events auf dem Wasser
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