Urheber

Das mit dem Foto hat sich wohl erledigt. Es gibt wohl im Leben hin und wieder Momente, in denen man dumme Dinge tut. Ich habe mit 16 bei der Jugendredaktion angefangen und hatte damals nichts weiter unterschrieben als einen Zettel mit meinen Kontaktdaten. Irgendwann, als das Onlineangebot überarbeitet wurde, flatterte ein Schreiben ins Haus, in dem man mir mit blumigsten Worten für meine Mitarbeit danke. Freie Mitarbeiter seien ein wesentlicher Baustein des Zeitungswesens (sowas liest man ja heute mit sehr gemischten Gefühlen).

Jedenfalls hatte ich mit einer weiteren Unterschrift nicht nur gestattet, meinen Kram im Internet zu veröffentlichen (wovon man mittlerweile auch rege Gebrauch macht — jeder Artikel, jedes Foto wird online verwendet), sondern auch in einem kleinen Nebensatz die Publikation in allen Printmedien des Verlages erlaubt. Damals gab es die Sonntagszeitung noch nicht einmal.

Über Bezahlung und Mehrfachverwertung schweigt sich der „Vertrag“ natürlich aus. Am Telefon erklärte man mir, dass Mehrfachverwertung selbstverständlich nur einmal bezahlt wird („wo kämen wir denn sonst hin?!“) und dass ich jedes Foto mit allen Urheberrechten an den Verlag abtrete. Eine Verwendung auf meiner Homepage ist demnach nicht mehr gestattet.

Ich bin mir relativ sicher, dass solche Klauseln nicht gelten, wenn sie nicht im Vertrag erwähnt werden und mir stattdessen bloß nach viereinhalb Jahren mündlich erklärt werden. Und Urheberrechte verbleiben doch eigentlich immer beim Urheber. Deshalb heißen sie ja auch so. Ich habe mehrfach die Redakteure gefragt, wie das mit den Fotos abläuft und mir wurde erklärt, ich würde lediglich das einmalige Nutzungsrecht an den Verlag verkaufen. Deswegen bekam ich Mehrfachveröffentlichungen in der Zeitung bisher auch mehrfach bezahlt.

Tja, jetzt aber nicht mehr. Selber schuld.

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