Rollendes Zuhause

Früher, als ich noch jung war, da haben wir uns in den Sommerferien immer für vier Wochen ein Wohnmobil gemietet. Unsere bevorzugten Ziele waren Südfrankreich, Italien und Schweden. Zwei Mal sind wir auch durch Deutschland getourt, aber in Deutschland, da fehlt irgendwie der geheimnisvolle Flair des Fremden.

Meine erste Handlung im gemieteten Wohnmobil: die Bordtoilette einweihen. Und dann: alle Schränke und Knöpfe untersuchen. Toll war immer, wenn man durch eine Luke im hinteren Teil in die Garage klettern konnte oder der Bordcomputer tolle geheimnisvolle Funktionen beherrschte.

In diesem Sommer bin ich mal wieder zu alt fürs Verreisen, obwohl das eigentlich gar keine schlechte Idee gewesen wäre, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen, meine Eltern zur Wohnmobilvermietung zu fahren. Dort angekommen: einsteigen, Knöpfe drücken, Garage begutachten.

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Weil ich inzwischen volljährig und im Besitz eines Führerscheines bin, kletterte ich auch auf den Fahrersitz. Man muss ja zeigen wer man ist. Aber verflucht, was war der Sitz hoch eingestellt! Ich schob mein linkes Bein unter dem Steuerrad längs und drückte aus Versehen die Kupplung. Und niemand hatte die Handbremse angezogen! Bis ich begriffen hatte, dass der ganze Kram rollt, stand ich immerhin schon einen halben Meter näher am Zaun.

Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Kurz vorher hatte der Vermieter unter dem Auto gelegen, um das Ablassen des Abwassers zu erklären…

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