Das ist ja auch ein Käse. Kaum schreibt man wieder was in dieses Thema, steigen alle Blödmänner in ihre Wagen und fahren in der Gegend herum. So scheint es mittlerweile Standard zu sein, dass es bei einer Fahrbahnverengung, die zudem mit Reißverschluss ausgeschildert wird, einen Oberlehrer gibt, der auf der linken Spur herumsteht, wenn es rechts staut. So wie damals. Gibt’s im Berufsverkehr auf der B77 so gut wie täglich.
Ein Stück der B77 ist ja noch immer gesperrt und die Umleitung führt durch Busdorf. Das ist eine ziemlich enge Strecke und drum durchgehend als Halteverbot und Vorfahrtsstraße ausgeschildert (daran hält sich übrigens niemand — die Eingeborenen fahren nicht nur über die Stopp-Schilder, sondern nehmen euch danach auch eiskalt die Vorfahrt).
So. Auf der Rückfahrt wollte ich wieder über die B77 fahren. Zuckel also durch Busdorf, als plötzlich ein Wagen zwanzig Meter vor mir aus einer Hausauffahrt herausstößt. Blödmann. Er wollte nach links abbiegen, konnte sein Vorhaben aber wegen Verkehrs aus der anderen Spur nicht fortsetzen, stand aber mit der Motorhaube und insgesamt eineinhalb Metern seines Wagens auf meiner Spur, so dass ich nicht weiterfahren konnte.
Ich reg mich gar nicht mehr auf, sollen doch die anderen Leute hinter mir hupen. Als er wegen des ewigen Gegenverkehres nicht links abbiegen konnte, fuhr er eben rechts und juckelte lustig vor mir herum. Man sollte ja denken, wenn er ursprünglich Richtung Schleswig wollte, hätte er spätestens im nächsten Kreisverkehr eine Runde gedreht, aber er bog auch auf der B77 Richtung Rendsburg ein. Drum hatte ich ihn noch eine Weile vor mir. An der einzigen Ampel dieser Strecke, ich glaube in Jagel, hielten wir an, warteten bis es grün wurde und schon länger. Weil er nicht nach der Ampel sah, drückte ich vorsichtig auf die Hupe, er schaute interessiert in den Rückspiegel, rückte den nochmal kurz zurecht, dann zur Ampel, dann wohl zur Gangschaltung, fuhr dann irgendwie los, aber auch nicht richtig schnell. Konnte ihn dann jedenfalls in absehbarer Zeit überholen. Die Schlange, die er inzwischen hinter sich angesammelt hatte, war aber auch nicht von schlechten Eltern.
Und dann war da noch Herrchen mit Hund beim Abendspaziergang. Er schritt vor mir auf die Straße, nicht so nah, dass ich hätte vollbremsen müssen, aber doch irgendwie zu nah, zumal er nur drei Sekunden hätte warten müssen, denn nach mir kam erstmal kein Wagen mehr. Aber er musste nunmal vor mir rüber. Nur sah sein Hund das ganz anders, blieb entschlossen sitzen, so dass Herrchen wieder auf den Bürgersteig hechten musste. Erschreckend, dass Tiere inzwischen klüger sind als Menschen.
Hoffentlich wird’s heute nachmittag nicht so aufregend. Ich muss nach Hamburg und kann wegen des ganzen Equipments nicht die Bahn nehmen…