Mit Bums

By  | 19. Februar 2009 | 0 Comments | Filed under: Allgemein, Small City Life, Verkehr

Heute hat’s endlich mal beinahe geknallt. In der Rendsburger Innenstadt war ein Notdiensteinsatz und wie es sich gehörte, gab’s natürlich Stau sternförmig in alle Himmelsrichtungen. Ich fuhr glücklicherweise stadtauswärts, kam aber beim Linksabbiegen auch nicht weiter, weil natürlich der Gegenverkehr die Kreuzung blockierte. Und wenn’s dann mal weiterging, hatte der nächste gleich grün und machte die Lücke wieder dicht.

Sechs Minuten stand ich dort (Sechs Minuten! Schaut mal auf die Uhr und überlegt euch, wie lang sechs Minuten vor einer größtenteils grünen Ampel sein können!), bis die drei vor mir und ich endlich weiterkamen. Während der Zeit standen wir nicht mehr nur auf dem Linksabbiegestreifen, sondern blockierten auch die linke Geradeausspur und ein Profi, der von ganz rechts noch mit wollte, blockierte noch die zweite Geradeausspur. Er hätte das auch viel schneller haben können: rechts abbiegen, dort wenden und geradeaus über die Kreuzung, sofern die denn frei ist. Stattdessen blockiert er minutenlang die Straße und zieht den Zorn sämtlicher hinter ihm wartender Autos auf sich.

Vor mir fährt Brille und Hut, das ist verdächtig. Er fährt rechts blinkend in die Einfahrt, ich nicht, bin aber noch nicht vorbei, als Brille mit Hut beschleunigt und mir aus der freilich etwas breiter angelegten Einfahrt vor die Motorhaube zieht. Sowas kenne ich ja. Und ich denke noch, das könnte meine heutige Ration Wahnsinn gewesen sein.

Von wegen. Nur ein paar Meter weiter hinten — der Gegenverkehr auf dieser Strecke staut sich auch, weil die Kreuzung ja blockiert ist — möchte jemand auf der Stelle wenden. Er zieht einfach raus aus seiner Schlange, überfährt eine Sperrfläche und donnert mir ebenfalls vor die Motorhaube. Ich lenke vor Schreck meinen Wagen volles Rohr nach rechts gegen den Kantstein (so geht das also mit dem Lenkrad verreissen) und ruiniere mir meinen rechten Vorderreifen. Die Felge ist total hinüber und der Reifen sieht auch arg mitgekommen aus. Gleich danach in die Werkstatt gerollt, Diagnose bestätigt, das wird Montag alles zusammen mit dem TÜV erledigt. Bis dahin fahre ich Fahrrad oder leihe mir irgendwo anders einen Wagen. 120 Euro kostet mich allein der Spaß mit dem Reifen. Tja, Nummernschild habe ich mir natürlich nicht gemerkt, ich weiß lediglich noch, dass es ein älterer, grauer Mercedes war.

Achja: der eigentliche Unfall, so erzählte man mir, entstand an einer Reissverschluss-Situation, als ein Wagen von links rein wollte, der rechte aber noch mal richtig Vollgas gab, um die Lücke zu schließen.

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