Disclaimer: Auch ich bin im Straßenverkehr nicht perfekt.
Heute hatte ich auf der A7 Richtung Hamburg endlich mal das Vergnügen mit Linksspurschleichern. Normalerweise bleibt mir sowas in Ermangelung von dreispurigen Autobahnen erspart, aber heute hatte ich auch endlich Spaß. Sobald auf der rechten Spur ein LKW zu sehen war, fuhren alle Wagen nach links rüber. Und gleich nach dem ersten Mal, ich war noch nichtmal an Neumünster vorbei, blieb ein Däne auf der linken Spur und rollte mit 100 dorthin. Ich mochte es ja erst nicht glauben.
Mit meinem acht Jahre alten Polo habe ich auf der Autobahn nichts zu melden, aber etwas schneller wäre ich schon gerne gefahren. Nach zwei Kilometern trödelte er noch immer auf der linken Spur herum, obwohl in seiner Reichweite nichts mehr zum Überholen war — um es flapsig auszudrücken: mit dem Tempo fuhren ihm ja alle davon. Normalerweise drückt der Däne ja recht kräftig, weil er bei uns unbegrenzt darf, aber er hielt davon wohl nicht. Muss er ja auch nicht.
Aber rechts rüber wäre nicht verkehrt. Ich hupe, das beeindruckt ihn nicht, blinke links, ziehe die Lichthupe, er bleibt links. Ich überlege, dicht aufzufahren und mal seinen Kofferraum zu inspizieren, wie ich es sonst immer im Rückspiegel sehe, aber das traue ich mich nicht. Am Ende ist noch irgendwo die Rennleitung in der Nähe und schaut sich das ganze Treiben bisher vergnügt an.
In der Kolonne, die er inzwischen hinter sich herzieht, hat sich inzwischen ein Oberklassewagen vorgekämpft. Ich höre auf meine Klischees und überlege, ihn die ganze Sache regeln zu lassen. Er fackelt gar nicht lange, spult sein übliches Repertoire ab und überholt schließlich rechts. So macht man das also. Dummerweise tauchten just in diesem Moment wieder einige LKWs auf der rechten Seite auf, so dass ich erstmal hinter ihm weitertrödeln muss. Aus der Kolonne hinter mir hat sich inzwischen auch niemand das Überholen getraut. Und über den Standstreifen mag ich erst recht nicht fahren.
Die LKWs haben ausreichenden Abstand, um mal wieder ein Manöver zu wagen, und als ich mit meinem Polo Vollgas gab, beschleunigte er ebenfalls. Entweder war er also ein Idiot oder ein Arschloch. Bedauerlicherweise blieb die rechte Spur fortan von LKWs belegt, so dass sich auf der linken Seite eine schier endlose Schlange herzog. Immerhin fuhren wir seit meinem Überholversuch schon mal 120.
Uns rettete ein menschliches Bedürfnis: beim Rastplatz Holmmoor wechselte er halsbrecherisch durch zwei LKWs hindurch auf den Verzögerungsstreifen. Wäre er nicht Däne gewesen, wär ich hinterher gedüst, um ihm die ganze Sache mal zu erklären.
Oh weia.