Gestern war ja auch mal wieder ein richtig irrer Tag. In Büdelsdorf staut es sich plötzlich an der Hollerstraße (an der einzigen Stelle, an der das Überholen wegen den Bäumen in der Straßenmitte nicht möglich ist). Ich steige aus und schaue, was los ist und entdecke vier Autos weiter vorne einen älteren Herrn, der seinen Mercedes von der Straße schieben möchte. Ich helfe ihm, zu zweit geht’s einigermaßen, denn alleine hätte der arme Mann das überhaupt nicht geschafft. Währenddessen hupen die anderen genervten Verkehrsteilnehmer unablässig, statt mit anzupacken.
Bald darauf will ich aus dem Obereiderhafen auf die Tangente einfahren. Weil eigentlich nie jemand mit dem Wagen vom Obereiderhafen kommt, bleibt die Ampel auch geschätzte fünf Minuten lang rot. Dem Wagen vor mir dauerte das entschieden zu lange, drum bog er nach ein paar Momenten in den fahrenden Querverkehr ein.
Danach ging’s Richtung Kiel. Auf dem Beschleunigungsstreifen der A7 hat der Wagen hinter mir einen größeren Motor, also zieht er gleich rüber auf die rechte Spur und gibt dort Vollgas. Ich mache, was ich in der Fahrschule gelernt hatte und beschleunige bis an das Ende des Streifens, als links von mir der Wagen mit dem großen Motor wieder auftaucht — er will mich wohl auf dem Beschleunigungsstreifen verhungern lassen. Ich bremse und ordne mich hinter ihm ein.
Nur ein paar hundert Meter später gilt auf der Rader Hochbrücke wieder 60. Ich fahre schätzungsweise 70 nach GPS, der LKW hinter mir will schneller, überholt mich und macht Anstalten, wieder nach rechts zu ziehen, obwohl seine Hinterachsen noch links von mir rollen. Also wieder eine Vollbremsung einlegen.
Vor der Baustelle auf der A210 staut es sich auf der rechten Spur — schon wieder ein Blitzkasten? Ich nutze den Verkehrsraum und rolle noch einen geschätzten Kilometer bis zur Fahrbahnverengung auf der linken Spur, will mich dann per Reissverschluss einordnen, was die Verkehrsteilnehmer rechts von mir aber nicht verstehen oder mir nicht gönnen, jedenfalls lassen die mich erstmal wieder verhungern. Irgendwann gibt mir ein LKW Lichthupe und lässt mich rein.
Das perverse an der Sache: der LKW hat die gleiche Aufschrift wie der Blödmann, der mich fast von der Brücke gedrückt hätte…
In Kiel suche ich einen Parkplatz im Wohngebiet. Dort wird ja gerne rechts und links diagonal auf dem Bürgersteig geparkt und teilweise so, dass die Fußgänger auf der Straße latschen müssen. Dann kommt mir einer entgegen und — oha — er gibt mir gleich zu verstehen, dass er mir Platz macht. Er fährt also rückwärts bis zur nächsten T-Kreuzung, aber selbst da kommen wir kaum aneinander vorbei. In der nächsten Straße stecke ich fest. Aus irgendeinem Grunde ragen zwei Autohecks unnötig weit auf die Straße, so dass nicht mal ich mit meinem Polo dran vorbei komme. Ich möchte mal wissen, was passiert, wenn es mal brennt. Dann kommt die Feuerwehr mit’m Bulldozer und schiebt alles beiseite?
Danach tanken bei HEM oder wie der Laden da heißt, da hinten bei Max Bahr und McDonald’s. Weil’s montags billig ist, kommt alles mögliche Gesocks vorgefahren und als ich gerade zur Kasse latsche, sehe ich, wie ein kaputter Typ seinen ebenso kaputten Wagen an einer noch nicht bezahlten Zapfsäule betanken möchte. Immerhin versucht er es nicht an meiner. Ein dicker Mann kommt herausgelaufen und verscheucht ihn mit den schönsten Schimpfwörtern.
Dann knallt es nebenan auf der Kreuzung. Angeblich hatte ein Wagen eine rote Ampel überfahren und ein anderer war ihm dann direkt in die Seite gebumst. Die Kreuzung ist erstmal dicht, also fahre ich von der Tankstelle gleich zum McDonald’s rüber. Nach einer Viertelstunde ist die Kreuzung wohl wieder einigermaßen befahrbar und mir gegenüber steht eine Krankenwagenbesatzung, die wohl an der Unfallstelle überflüssig war und überlegt, was es zum Abendessen geben soll.
Auf dem Weg nach Hause überholt mich ein Eiliger in der Baustelle auf der A210 auf dem Standstreifen, den es da auf Länge des Parkplatzes gibt.
Oh mann, und das alles an einem Tag. Das nächste Mal nehme ich wieder die Bahn und das Fahrrad.