Archiv für die Kategorie „Umwelt“

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Momentan, während des Klimagipfels in Kopenhagen, finden wieder hitzige Diskussionen über den Klimawandel statt, die auch abseits des Spiegel-Online-Forums für Aufregung sorgen. Den Klimawandel gibt es überhaupt nicht, ist die generelle Meinung, das ist alles erstunken und erlogen, alles nur von dunklen Mächten gesteuert. Die Nennung von Alles Schall und Rauch als Beleg für die holprigen Aussagen zeigt sofort, auf welchem Niveau überhaupt argumentiert wird: es scheint nicht der Rede wert.

Es gibt nur wenige Weblogs in Deutschland, die sich ihre Seitenleiste mit Videos und Links und Texten vollkommen zuballern, dass sie jeden Artikel um ein Vielfaches überragt und es gibt nur wenige Weblogs in Deutschland, die in ihrer Seitenleiste über den 11. September, den Status Israels und das Verhältnis des Autors zum Islam: Politically Incorrect ist der bekannteste Vertreter dieser Gattung — was dort argumentationstechnisch abgeht, entbehrt jedweder Grundlage (und dennoch ist die haarsträubende Kurzsichtigkeit insbesondere in den Kommentaren durchaus erheiternd).

Eigentlich ist ein Blick auf die Argumentationen von „Alles Schall und Rauch“ die Zeit nicht wert, denn mit dem Vergleich zu Politically-Incorrect ist eigentlich alles gesagt, aber ich riskiere es mal für ein paar Artikel, denn gerade jetzt — zu Kopenhagener Zeiten — bekommt der schweizer Autor „Freeman“ einen richtigen Rappel.

Die Argumentationsstruktur ist befremdlich einfach: Freeman nimmt sich eine These, zum Beispiel, dass der Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Atmosphäre etwas mit dem Klimawandel zu tun hätte, kramt in seinem Archiv nach einer geeigneten Grafik, die entweder mit falschen Werten hantiert oder die Zusammenhänge in einen nicht kausalen Maßstab abbildet und schon ist der geneigte Leser klüger als jeder Wissenschaftler der Welt und die These ist widerlegt. So einfach kann das sein mit der Wissenschaft und mit dem Klimawandel sowieso — toll! Und obwohl Freeman immer wieder kritisierte, dass die Alarmisten mit wissenschaftlichen Ergebnissen argumentieren, legt er seine Quellen erst gar nicht offen. So bleiben seine Widerlegungen unüberprüfbar, es ist weder ersichtlich, welchem Zusammenhang eine Grafik entnommen wurde, noch ist überhaupt klar, wo sie überhaupt herstammt — und ob sie nicht, wie schon so oft, als Argumentationsstütze eines Klimaskeptikers entstand.

Freemans Grundsatz scheint einfach: die Medien sind böse, der Staat ist böse und der Klimawandel gibt’s gar nicht. Alarmisten seien paranoid und von den dunklen Mächten gesteuert — und was den Klimawandel angeht, ist der spätestens nach Climategate eine dunkle Erfindung aufmerksamkeitsdefizitärer Wissenschaftler.

Hoffentlich weiß das die Natur auch, denn das die Argumentation etwas löchrig ist, fällt bei „Alles Schall und Rauch“ niemandem auf. Es wäre sicher aufschlussreich, die Natur zum Klimawandel zu befragen, doch leider hält sie sich arg bedeckt, was das Thema angeht. Für Freeman kamen die geleakten E-Mails der Klimaforscher gerade recht: wieder einmal schöpfte er aus dem vollen, riss einzelne Aussagen vollends aus dem Zusammenhang und belegte dadurch, dass es keinen Klimawandel gibt.

Vollends disqualifiziert sich „Alles Schall und Rauch“ (ganz getreu dem politisch-inkorrektem Original) mit den Kommentaren seiner Leser. Als wissenschaftliche Wahrheit gilt dort, was im Kontrast zur sogenannten „Mainstream-Wissenschaft“ steht — und das darf gerne nicht nur vollkommen verquer und unlogisch, sondern auch konträr zur selbstdefinierten „Wissenschaftlichen Wahrheit“ stehen.

Freeman beweist mit der Grafik eines Baumes, dass ein steigender Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Luft gar nicht so schlimm sei. Was die Grafik allerdings zeigt, ist unklar: handelt es sich um vier verschiedene Bäume, die in der gleichen Zeit abhängig vom Kohlenstoffdioxid-Gehalt freilich arg in die Luft geschossen sind? Oder ist das ein und derselbe Baum, der friedlich vor sich hin wächst, während der Kohlenstoffdioxid-Gehalt langsam erhöht wird, womit die Argumentation irgendwie unschlüssig wird? Freeman schließt: bei schnellerem Kohlenstoffdioxid-Gehalt wachsen die Bäume schneller (und vermutlich gibt es deswegen gar keinen Klimawandel).

In den Kommentaren empört sich „strg-alt-del“:

Da habe ich noch etwas interessantes gefunden:

http://www.fehler-der-wissenschaft.de/

http://www.computertechnik-schmidt.de/fehler/files/schavan.pdf

In diesen Versuchsreihen eines privaten Tüftlers (schon vor 1990!)geht es um den Beweis, dass Pflanzen nicht Sauerstoff sondern CO2 produzieren; soll heissen, CO2 kann kein Treibhausgas sein! Die Wissenschaft lässt sich augenscheinlich nicht davon beeindrucken…
Diese Beispiel fällt auch in die Rubrik “Es kann nicht sein, was nicht sein darf”.

Dass diese abenteuerliche Studie eines Tüftlers den biologischen Funktionen der Pflanzen widerspricht, scheint nicht relevant zu sein — denn auch bei „Alles Schall und Rauch“ mag man nur sehen, was man sehen will: weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und der Klimawandel darf nicht sein.

Warum eigentlich Klimaschutz?

Dienstag, 11. August 2009

eingebunden mit Embedded Video

YouTube Direkt

Unter Feuer

Sonntag, 9. August 2009

Klimawandel alarmiert US-Regierungsexperten:

Dürre, Fluten, Brände, Naturkatastrophen aller Art – aus Sicht hoher US-Militärs und Geheimdienstler bedeutet der Klimawandel vor allem eines: ein gigantisches globales Sicherheitsrisiko. Der “New York Times” zufolge warnen sie jetzt die Politik, zu zögerliches Gegensteuern werde großen Schaden anrichten.

Lesetipps

Montag, 27. Juli 2009

Lesetipps

Freitag, 10. Juli 2009

Dramatische Entwicklung

Mittwoch, 8. Juli 2009

Übrigens: Arktis-Eis wird immer dünner

Die Reaktionen sind schon abzusehen: 60 Zentimeter in vier Jahren seien überhaupt nicht schlimm und genauso periodisch veranlagt wie die Schwankungen des Alteis-Verhältnisses um sechs Prozentpunkte.

Für die Natur ist das dummerweise ziemlich dramatisch. Aber leider nicht für den mündigen Bürger, der nur beim Thema Umweltschutz alles anzweifelt.

tcktcktck: The time is now

Mittwoch, 8. Juli 2009

Weil es gerade zum Thema passt:

tcktcktck-action

YoU-Turn the Earth!

Mittwoch, 8. Juli 2009

Glaubt eigentlich ernsthaft irgendjemand an den Erfolg dieser seltsamen Konferenz in Kopenhagen? Ich wäre ja gerne Optimist — aber irgendwie ist’s auch dumm, sich jetzt bis Dezember zurückzulehnen, das wird ja schon irgendwie geregelt werden, bis die Konferenz ohne Ergebnis endet.

Und falls es wirklich ein Ergebnis gibt, wird’s lächerlich sein. Die Industriestaaten machen 15 Prozent bis 2050, Peak etwa auf 2030. China, Indien und Entwicklungsländer weigern sich aus wirtschaftlichen Gründen irgendwelche Beschränkungen einzuführen.

Zu recht. Gerade China liegt in den Emissionen pro Kopf noch deutlich hinter dem Westen, obwohl die Gesamtbilanz China als größten Klimasünder ausweist. Ein Großteil der Emissionen entstehen allerdings, und das sollte dem nörgelnden Westen zu denken geben, bei dem Aufbau und Betrieb von Wirtschaftsinfrastrukturen, aus denen der Westen nicht nur profitiert, für die er auch verantwortlich ist. Unmengen an Energie werden für die Produktion von billigen Waren aufgewendet, die später im Westen verkauft werden. Würde das in einer Statistik berücksichtigt, dürfte China ziemlich gut wegkommen.

Eben drum scheint es unverständlich, warum der Westen auf die bösen Chinesen zeigt: hat er doch die Herstellung der Waren, die für seinen Lebensstandard unerlässlich sind, mitsamt der dazugehörigen Emissionen. Abermillionen Tonnen chinesischer Emissionen wären auf westlichem Boden freigelassen worden, wären die Herstellungsprozesse nicht „outgesourced“ worden.

Zurück nach Kopenhagen: auf einen Erfolg der Konferenz braucht man gar nicht erst zu hoffen, so groß sind die Differenzen der Teilnehmer bezüglich der akzeptablen Maßnahmen. Wenn der Westen wieder drastische Einschränkungen für China fordert, sich selber allerdings nicht die eigene Wirtschaft ausbremsen will — dann ist das schon irgendwie ungerecht und kurzsichtig. Vermutlich müsste man ein friedliches Ende der Konferenz bereits als ungeahnten Erfolg werten.

Und mit dem Klima? Mit dem geht’s weiter bergab.

Greenpeace hat ein paar Forderungen zusammengestellt:

  • Make sure emissions peak in 2015 and decrease as rapidly as possible towards zero after that
  • Developed countries must make cuts of 40 percent on their 1990 carbon emisisons by 2020
  • Developing countries must slow the growth of emissions by 15-30 percent by 2020, with support from industrialised nations
  • Protect tropical forests with a special funding mechanism – forests for climate
  • Replace dirty fossil fuel energy with renewable energy and energy efficiency
  • Reject false solutions like nuclear energy

Konsequent und vernünftig — aber niemals durchzusetzen. Ein Peak in sechs Jahren? Dazu müssten jetzt Maßnahmen ergriffen werden, doch das kann und will sich niemand leisten. Oh, und das weiß Greenpeace auch, denn das waren nur Richtwerte, an denen ein möglicher Erfolg der Konferenz gemessen werden soll:

And we have a checklist by which their success can be measured:

Achso. Und ich hatte schon gehofft, die könnten das ernst meinen.

Nein, solange niemand begreift, dass es nicht nur vernünftiger, sondern auch billiger ist, den Klimawandel zu bekämpfen, statt ihn jahrhundertelang durchzusitzen, wird kein Umdenken einsetzen. Nicht nur in den konservativen Gesellschaften der Vereinigten Staaten sträubt man sich dagegen, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, das gibt’s auch hier — schließlich konnte noch niemand beweisen, dass es den Klimawandel wirklich gibt. Und dass er so schlimm ist. Und dass er bereits eingesetzt hat. Und dass er nicht mehr aufzuhalten ist. Und dass er wirklich von Menschen verursacht wurde.

Bis das passiert ist, macht man erstmal weiter wie bisher. Wird schon gutgehen.

E-Paper

Donnerstag, 18. Juni 2009

Wunschvorstellung: International Herald Tribune vom 19. Dezember 2009.

Priorität

Donnerstag, 18. Juni 2009

Forscher fürchten Klima-Kollaps

Immerhin muss man das Thema Umweltschutz nicht erst mit Terrorismus oder Kinderpornografie behaften, um jegliche Diskussionen zu vermeiden. Am besten machen wir so weiter wie jetzt — und nach uns die Sintflut. Die Kurzsichtigkeit der heutigen Generationen ist nicht auszuhalten.