Letztes Jahr sah das Gelände der Schleswiger Landesgartenschau vermutlich hübscher aus. Ein paar Bauten stehen noch da, ein Fluß, links und rechts flankiert mit verdörrtem Gras, überbrückt mit einigen prächtigen Stegen, die so gar nicht in die Einöde passen wollen. Vom Ufer hatte man mehrere Stege auf die Schlei gezogen und sofern das Gelände nicht abgeschlossen ist, sonnen sich dort frischverliebte Pärchen (zum Baden ist es doch zu ungemütlich).
Und alles, was die Einöde stört, waren diese beiden Heißluftballons, die das brachliegende Gelände zum Starten nutzten. Gleich danach trieb sie der Wind über die Schlei und sie mussten ordentlich nachbrennen, um nicht aufs Wasser aufzusetzen.
Wir werden Sonnabend mal austesten, wie sich das Gelände fotografisch nutzen lässt — bisher waren wir noch zu uncool dazu. Freilich gab es in dem ehemaligen Kleinbahnhofsgelände auch nicht viele Möglichkeiten. Wir hätten allerdings zum Beispiel den älteren Herrn ansprechen können, ob wir ein Foto schießen dürften, wenn er mit seinem Hund Ball spielt. Sowas ist lustig, sowas macht Spaß, sowas sieht dann auch gut aus.
Wenn man natürlich nur mit der Kamera herummarschiert und auf das Glück wartet, auf dass es die Motivklingel schon richten wird, dann wird das natürlich nichts mit den tollen Fotos. Tolle Fotos entstehen aus interessanten Situationen und nicht aus dem langweiligen Alltag.
Mal sehen, wie wir das Sonnabend besser regeln.
Übrigens ist die Heimfahrt ganz gräßlich gewesen. Erst bog ich in die falsche Richtung ab, dann waren sämtliche Straßen gesperrt und die Umleitung hörte einfach irgendwann auf und dann, tja, dann überquerte ich mehrmals die ehemalige Kreisbahntrasse und kam schließlich in Missunde wieder heraus.
Das geht Freitag definitiv besser.


