Stage 2

Die Sache mit meiner Zahnspange ist mittlerweile ganz unspektakulär. Mein Zahnarzt hat meine Zähne begutachtet, etwas daran geschliffen, was ich freilich weniger schön finde, was aber aufgrund der wenigen Zehntelmillimeter vermutlich optisch nicht auffallen wird. Der Vorteil der orthocaps gegenüber Invisalign scheint zu sein, dass im Gegensatz zu Invisalign die Zähne nicht komplett am Anfang eingeschliffen werden, sondern erst Stück für Stück im Verlauf der Behandlung. Dadurch erreicht der Arzt Zahnflächen, die zuvor der Fehlstellung wegen verdeckt und unerreichbar waren, was in der Summe in weniger abgeschliffenen Flächen und optisch ansprechenderen Zähnen resultieren dürfte.

Laut Behandlungsplan soll ich während der ersten Woche lediglich nachts die weichen softocaps tragen, aber weil urlaubsbedingt der nächste Behandlungstermin bereits in knapp zwei Wochen ansteht, haben wir beschlossen, vom Plan abzuweichen und dass ich während der ersten Woche auch tagsüber die hardcaps einsetze.

Und wie beim letzten Mal ist auch meine Versicherung wieder am Start und möchte noch mal den angeforderten Heil- und Kostenplan haben. Nachdem die Sekretärin meines Zahnarztes mit denen direkt telefoniert hatte, sollte eigentlich alles geklärt gewesen sein, aber entweder sind die Unterlagen verloren gegangen — oder wurden aus Datenschutzgründen nicht geöffnet.

Komisch, dass der Datenschutz immer an den falschen Stellen greift. Wenn mein Zahnarzt in meinem Auftrag etwas an meine Versicherung schickt, dann darf die Versicherung das gerne öffnen.

Harry Potter

Um dem Abend noch etwas abzugewinnen, wollten wir ins Kino gehen. Harry Potter lief, das musste man sich wohl auch mal ansehen. Klug wie wir waren, kamen wir eine glatte Stunde zu früh.

Zeit genug, sich mit teuren Subs den Bauch vollzuschlagen. Dann wollte ich ein Eis, noch teurer und noch komplizierter, denn bei Ben & Jerry’s hat wohl jemand bei einer ganzen Lieferung vergessen, die Löffel in die Deckel zu basteln. Macht ja auch nichts, man ist ja erfinderisch.

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Und Harry Potter? Naja, nicht so der Hit. Am Ende standen wir da und waren uns nicht so ganz sicher, was eigentlich passiert war. Klar, es wurde viel herumgeknutscht und ein bisschen gekämpft, aber die Umsetzung des Buches war nicht bloß reduziert, nein, sie war glatt fehlgeschlagen. Ich habe ungefähr nichts wiedererkannt.

Und dann gab’s im Film auch noch eine Pause. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das eine Pinkelpause oder eine Popcorn-Pause war, vermute aber kapitalistische Hintergründe. Sinnloserweise wurde nicht angekündigt, dass die Pause nur fünf Minuten dauerte, viel zu wenig zum Nachschub kaufen, und während der ersten Viertelstunde des zweiten Teils drum immer irgendwelche Zu-Spät-Kommer durchs Bild latschten.

Im letzten Harry-Potter-Teil wird es diese Probleme nicht mehr geben: der wird gleich in zwei einzelnen Filmen produziert.