Eigentlich wollte ich diesen Beitrag mit „Heul doch“ überschreiben, aber das werde ich mir lieber für später aufheben. Ich habe mich einfach noch mal in diese seltsame Gruppe des seltsamen Magnus Becker hineingeschlichen. Das geht neuerdings nur mit Bestätigung eines Moderators, aber weil Magnus Becker ungefähr jeden zum Moderator ernannt hat, war das nicht das Problem.
Im Gruppenforum geht es so ähnlich zu wie in seinem Blog: ein Teil ist seltsamer Content in der Form von „Würdest du mit dem User unter dir…“, der Rest besteht aus durchaus ernstgemeinten Themen wie „Würdest ihr es jemandem erzählen?“, „Mit Wahrheit erpresst…“ oder „Versuchte Vergewaltigung in Hamburg“. Man darf davon ausgehen, dass Magnus Becker an dem Inhalt nicht nur wenig interessiert ist, sondern auch nicht so richtig was dazu zu sagen hat.
Abseits davon gibt es nur wenige Themen, darunter immerhin ein Thread zum Thema Internetsperren. Ein Mitglied fragt:
ZAPP: Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet
Was haltet ihr von dem Beitrag?
[youtube evXQwqIBd04]
Eine knappe Dreiviertelstunde später schreibt Magnus Becker dazu:
Sehr tendenziös, allein gegen Frau U. von der Leyen. Nur ihre Kritiker kommen zu Wort, nicht ihre Anhänger. Nur Gegner des Gesetzes, nicht Befürworter. Ein sehr einseitiger Bericht, der mich traurig stimmt. Projekten proUrsula-vdL wird momentan das Leben sehr sehr schwer gemacht und die “Zensur”, von der unentwegt bei der Argumentation gegen das “Stoppschild”-Gesetz die Rede ist, findet gegen Kämpfer gegen Pädophilie und Kinderpornographie statt! Im Moment kommt mir das alles so vor “wie im falschen Film”, verkehrte Welt, paradox! Aber jedem seine Meinung, so dass auch dieser Link zum ZAPP-Beitrag stehenbleibt.
Besonders interessant scheint mir Beckers letzter Satz, hatte Becker immerhin darüber nachgedacht, das „tendenziöse“ Video einfach zu löschen. Zensur scheint ihm wohl nicht völlig fremd zu sein. Überhaupt hat Becker die ganze Debatte nicht ganz verstanden: wenn hier jemandem das Leben schwergemacht wird, dann ganz bestimmt nicht den Befürwortern der Sperren. Die sitzen nämlich am längeren Hebel.
Ich will’s genauer wissen und schreibe eine Antwort im Thema Was macht magnusbeckerblog.de eigentlich?:
Ich bin zufällig auf die Google-Suche zu Magnus Becker gestolpert: http://www.google.com/search?q=Magnus+Becker
Telepolis schreibt schon vor acht Jahren über ihn auf http://www.heise.de/tp/r4/artikel/9/9338/1.html
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Wesentlich professioneller und hart am Rand der Kriminalität geht Magnus Becker mit www.weisse-rose.org vor. Becker wurde vor einigen Jahren vom Frauenbüro Münster mit Geld unterstützt. Er behauptete, das Mädchen-Projekt “Weisse Rose Münster e.V.” sowie eine Online-Mädchenzeitung initiiert zu haben (“Deutschlands einzige virtuelle Maedchenzeitschrift”, vormals www.muenster.org/femaidl/girlie, buene.muenster.de/femaidl/, iaiwww.uni-muenster.de/wiw/Girli-e-zine/). Im Usenet schrieb er seit 1996 in zahlreichen Newsgroups, “Anti-Gewalt-Training für jugendliche Opfer” anzubieten. Der Verein hätte schon mehrere junge Frauen vor der Abschiebung bewahrt und nicht-straffälligen Jugendlichen den Ausstieg aus der rechten Szene ermöglicht. Nichts davon ist wahr.
Selbst die Tagesschau vom 11.12.2000 wiederholte die wilden Thesen Beckers, sein Projekt (“Love-Homepages gegen die Hass-Homepages der Rechten”) habe 1422 “Mitstreiter” in ganz Deutschland, ohne auch nur einmal irgend etwas nachgeprüft zu haben. Der Sender VOX berichtete ebenfalls im Dezember 2000 wohlwollend über den Hochstapler, ohne Verdacht zu schöpfen. Becker orientierte sich jeweils nach der medialen Großwetterlage. Im Dezember 1996 behauptete er, sein Projekt habe “Kontakt zu Maedchen in Belgien aufgenommen. Um der grausamen Mädchenpornographie (nicht nur im WWW) ‘Mädchenpower’ entgegenzusetzen.” Die “Weisse Rose” sei ein “EU-weit via WWW aktiver Jugendschutzverein”.
Ein eingetragener Verein existiert nicht, eine wissenschaftliche Evaluation ebenso wenig. Becker behauptet, Studenten der “Liste 10″ der Uni Münster würden sein Projekt überprüfen. Auch das ist dreist gelogen: Becker hatte sich als Kandidat einer Liste der “Unabhängigen Studierenden” aufgestellt, die Unterschriften für seine Kandidatur kamen aber unter so dubiosen Umständen zusammen, dass mittlerweile ein Ermittlungsverfahren eröffnet wurde. Becker hatte suggeriert, dass es um Unterschriften “gegen Rechts” gehe und so ahnungslose Studenten für seine Zwecke missbraucht.
Das Studentparlament der Uni Münster sprach von “Überrumpelungstaktik”. Studenten der Uni Münster behaupten, dass Magnus Becker auch mit einem anderen Hochstapler zusammenarbeitet – mit René Schneider. Der sei “ein dubioser Mensch, der schon mal bei einem seiner Vorträge bei Burschenschaften eine Schusswaffe (wahrscheinlich Gaspistole) gezogen haben und dabei Drohungen gegen Linke ausgesprochen haben soll.”
Selbst als der Hochstapler Becker forderte, man müsse mit Mädchen aus der rechten Szene schlafen, um sie zum Ausstieg zu bewegen, wurde er noch mit öffentlichen Geldern gefördert. In mehreren Städten des Ruhrgebiets gelang es ihm, Beträge von 800 DM für seine Website lockerzumachen. Unterhalb dieser Größenordnung wird kaum kontrolliert, wofür das Geld verwendet wird. Auf der Website der “Weissen Rose Dortmund” bedankt sich Becker bei der Stadt Dortmund für die Zusammenarbeit. Das Jugendamt der Stadt Dortmund hat ihm vor anderthalb Jahren rund 2000 DM überwiesen – für die Website des ominösen Vereins. Auch dieser Verein ist weder eingetragen noch findet eine real existierende Arbeit statt. Auf der Website stehen nur hohle Phrasen. Jetzt schöpfte Klaus Birkholz, der Leiter der Abteilung Jugendarbeit, Verdacht, dass alle Projekte Beckers nur aus ihm und heißer Luft bestünden. Das Jugendamt will das Geld zurückfordern.
In Münster brach Becker fluchtartig seine Zelte ab, nachdem aus seiner Kandidatur für die Unabhängigen Bürger für den Bundestag nichts wurde. An Warnungen vor Becker fehlte es ohnehin nicht. Ulrike Graff von der Landesarbeitsgemeinschaft für Mädchenarbeit in NRW kritisierte, dass Becker Mädchen fotografierte und ihre Bilder ins Internet stellte. Dieter Glaap von der Akademie Remscheid äußerte Skepsis, dass ein Mann den Vorsitz bei einem Mädchen-Projekt habe. Dennoch wurde und wird Becker von zahlreichen Initiativen und Schulen eingeladen. Offenbar geht es beim “Kampf gegen Rechts” nicht um Inhalte, sondern um sinnfreie Betroffenheit und Selbstdarstellung.
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Der gesamte Artikel wird noch viel interessanter. Eigentlich ist es fast schon peinlich, diese Gruppe im Profil zu haben.
Mal sehen, wie lange mein Beitrag dort stehen bleibt.
