Herbst

Wir waren dann doch im Tuch. Ich weiß, uncool, aber eigentlich nur ein bisschen, denn es war diesmal sogar ziemlich fett.

Es war diesmal seit langer, langer Zeit endlich wieder das Böll geöffnet. So richtig der Hit war es nicht, denn irgendwie sollte dort Rock gespielt werden, aber für die richtigen T2-Fans war die Musik zu luschig, für die T1-Fans zu hart und drum trieb sich im Endeffekt niemand im Raum herum.

Im Tucholsky war es zu dem Zeitpunkt schon brechend voll.

Die Karaokebar, die sich damals im alten T3 eingenistet hatte, ist erwartungsgemäß wieder geschlossen und der Saal wird jetzt wieder als T3 bezeichnet. Dort wird Trash gespielt, Spice Girls und so, damit hatte man es im Herbst schon mal im T2 versucht, bevor man dort die Billard-Tische aufstellte, jetzt versucht man es im T3, aber auch dort werden bald Billard-Tische stehen: erwartungsgemäß ist dort nichts los. Der Barkeeper und DJ sitzen alleine hinter Tresen und Pult und warten auf Kundschaft. Vergeblich.

Im T3, da war wohl vorher mal das T2 drin, bevor man mit den Brandschutzumbauten begann, denn T2-Rockcafé klebte noch überall an den Wänden. Irgendwo trieb ich einen Flucht- und Rettungsplan auf und — wie schrecklich — es gibt hinter dem Böll noch weitere Räume, die sich wohl irgendwie direkt unter der Bergstraße befinden müssen. Mal sehen, wann die wiedereröffnet werden.

Immerhin wussten die Türsteher um das Problem, dass sich das Publikum des Discotheken-Komplexes wegen der Musik lediglich im T1 sammelt, alle anderen Räume so gut wie leer bleiben, also verzichtete man dankenswerter Weise darauf, aufgrund der doppelten Kapazität auch gleich doppelt so viele Gäste einzulassen.

Wäre sicher tödlich gewesen.