Es läuft nicht unbedingt alles so, wie ich es gerne hätte. Mit Beginn des Zivildienstes ruhte meine private Krankenversicherung und als ich beim Zivildienst rausflog, wollte ich wieder in die Versicherung rein. So sei dargestellt, was ich noch gerade so begreife.
Mit Beamten als Eltern übernimmt die Landesbeihilfe die Hälfte der Kosten und die Krankenversicherung die andere Hälfte. Die Beihilfe will sich an mir nicht dämlich zahlen und möchte von mir wissen, was ich jetzt studieren möchte und ab wann und ich soll einen Entlassungsbescheid von der Bundeswehr einreichen, auf dem die Dienstzeit vermerkt sein muss.
Das erste Problem ist gleich die Bundeswehr, denn ich war nicht bei der Bundeswehr, sondern habe Zivildienst geleistet und das auch nur zweieinhalb Monate lang, davon anderthalb in Beurlaubung. Ich habe auch keine Entlassung bekommen, sondern lediglich eine Bescheinigung meiner Zivildienstunfähigkeit und die schicke ich dort nicht hin, denn da stehen Sachen drauf, die die Beihilfe nichts angehen (und auch nicht interessieren würden), mal ganz abgesehen davon, dass meine Dienstzeit dort nicht vermerkt ist.
Sowas mag man aber sogar angesichts deutscher Bürokratie lösen können.
Das zweite Problem verlangt nach größerer Kreativität, denn eigentlich würde ich am liebsten gar nicht studieren, sondern einfach den Kram weitermachen, den ich am besten kann: tolle Fotos schießen und komplexe Webseiten entwickeln. Das macht mir Spaß, das kann ich. Aber ohne Studium in diesen Zeiten in die weite Welt gehen? No way!
Irgendwas muss nun also her und wenn man seit einigen Jahren nunmehr nicht den Luxus hat, sich ein Studium auszusuchen, dass Spaß macht, sollte vielleicht zumindest etwas her, was noch halbwegs die eigenen Interessen trifft. Medieninformatik zum Beispiel.
Ich brauche bloß noch eine Universität oder Hochschule, schreibe mich dort ein und schicke den ganzen Kram der Beihilfe. Das ganze scheitert allerdings daran, dass man sich noch nicht einschreiben kann.
Also bin ich im Moment, wenn denn überhaupt, lediglich halb versichert. Eine Hälfte muss ich aus eigener Tasche zahlen. Ob meine Versicherung überhaupt noch für die andere Hälfte aufkommt, wenn ich seit ein paar Wochen selbstständig bin, was ich dummerweise mit der Versicherung noch nicht ganz abgeklärt habe, weiß ich gar nicht. Und das erfahre ich praktischerweise zwei Tage vor einem Zahnarztbesuch.
Einmal gründliche die Zähne reinigen kostet 150 Euro. Das bekämen wir ja noch irgendwie hin. Dann habe ich seit meinem Zivildienst vor lauter Stress angefangen mit den Zähnen zu knirschen, dass es morgens nur so knackt. Und bevor die ganz im Eimer sind, sollte gerne was getan werden und das könnte teuer werden.
Und leider hat man es mir in jungen Jahren verwehrt, eine Zahnspange zu bekommen. Sowas sollte ich nicht haben. Damals war ich wahrscheinlich froh drüber, aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass ich die letzten drei Viertel meiner Lebenszeit auf dieser Welt gerne mit geraden Zähnen verbringen könnte. Und das wird teuer.
Und ohne entsprechende Versicherung sicher nichts.
Bleibt noch die Möglichkeit, mit selbstständiger Arbeit so viel zu verdienen, dass es für gerade Zähne langt. Oder ich mach’s wie mein Großvater, der sich aus Geiz einfach alle Zähne ziehen ließ und sich ein Gebiss anschaffte. Kommt insgesamt billiger und ich spar mir die 150 Kracher alle sechs Monate.