Dumm wie Milchkaffee

Ich war dann übrigens noch beim Arzt. Er hat sich angehört, was ich zu sagen hatte, war zwar auch in akuter Zeitnot, aber immerhin hörte er zu. Das bin ich bei Ärzten gerade bei psychischen Themen nicht gewohnt.

Vor einem Jahr, gleiche Jahreszeit, gleiche Beschwerden, aber andere Ärzte an anderen Orten, da wurde ich als Simulant gebrandmarkt. Jedenfalls las ich das zwischen den Zeilen aus diesem einen Brief heraus, den mir ein Arzt für das Kreiswehrersatzamt mitgab.

Er vermutete nämlich, dass ich mich eigentlich bloß um den Wehrdienst drücken möchte und zwecks Ausmusterung ziemliche Wehwehchen ausgedacht hätte.

Nun ist das natürlich wieder so ein Fall, mir geht’s scheiße, ziemlich sogar und der Zivildienst passt mir nicht und klar, ich geb’s ehrlich zu, am liebsten würde ich untauglich geschrieben, anstatt noch neun Monate lang Kaffee zu kochen und mich triezen zu lassen, auch wenn untauglich in diesem Fall bedeutet, dass ich selbst für den Kaffee zu dumm bin.

Aber dann muss das wohl so sein.

Er hat mich jedenfalls bis Sonntag krankgeschrieben, Montag habe ich wieder Dienst, Dienstag wieder frei, gleich mal so als Ruhepause. Ich werd sie brauchen.

Er hat mir dringend empfohlen, Dienststelle wie Wohnung zu wechseln. Denn auf die bisherige Weise werde ich hier nicht mehr froh in dieser riesigen Stadt.

Durchdrehender Roboter, aber cooles Betriebssystem

Heute versammelten sich Hamburger Polizeibeamte an der Kreuzung Spitalerstraße und Mönckebergstraße aufgestellt, aber nicht, um Krawalle niederzuschlagen, sondern Bösewichte.

Spaß mit der Polizei, das hat’s ja schon lange nicht mehr gegeben, bis eine Blechtonne mit Mütze auf mich zurollte und „Hey Linux“ rief, vermutlich wegen meines T-Shirts. Und so trug es sich wohl zu, dass ich mich mit der Tonne unterhielt und um sie herumlief, schneller als sie sich drehen konnte, um mich vor der Kamera zu verstecken, die ja irgendwo auf seiner Vorderseite stecken musste.

Er sagte, in seinem Hirn, da sitze auch so ein Linux. Wo aber der Typ mit der Fernbedienung stand, der seinen Blechkollegen steuerte, habe ich noch immer nicht herausgefunden.

Pflichtbewusst bis in den Tod

Ich bin anscheinend ein ziemlich pflichtbewusster Mensch. Hatte ich bisher gar nicht bemerkt.

Weil mich seit einigen Tagen der Schwindel plagt und ich auch schon gleich wieder zwei Mal daniederlag, fiel dem Personalchef außer seiner Verwunderung, was ich mich denn damit noch zur Arbeit schleppe, bloß ein harsches „morgen gehst du zum Arzt!“ ein.

Gesagt, getan, um 9 Uhr stand ich am Empfang und bekam nicht so recht einen Termin. Die waren nämlich auch schon ganz gut ausgebucht für die nächsten Wochen. Nur heute nachmittag, kurz vor 14 Uhr, da könnte ich noch mal vorbeikommen.

Zu dumm, dass der Termin direkt in meiner Arbeitszeit lag. Also fuhr ich zurück zur Dienststelle und erklärte meinen genialen Plan: Ich fange eine Stunde früher mit der Arbeit an und mache dafür anderthalb Stunden Pause.

Was hat man mich ausgelacht… wenn man krank ist, bleibt man zu Hause und unterbreitet keine gutgemeinten Angebote. Tja, und nun? Zurück ins Bett, wie es wohl nach so einer Freistellung angebracht wäre, geht’s ganz bestimmt nicht, denn heute rattert die Güterumgehungsbahn an mir vorbei ganz schrecklich laut.

Ich kann ja mal in die Innenstadt fahren. Mal sehen, was Gravis so im Angebot hat.