Auf dem Heimweg

Es gibt viele Probleme auf einer Distanz von knapp zehn Kilometern. U3 Richtung Niendorf-Nord: im Schlump fährt der Zug nicht mehr an, es gibt eine Lautsprecherdurchsage, dass wegen Stellwerkproblemen ein Schienenersatzverkehr eingerichtet sei. Überraschung!

Die ersten drei Busse sind mir zu voll, ich nehm den vierten, der etwas kleiner und ohne Gelenk gebaut wurde. Nachdem wir eine Weile im mittlerweile dunkeln Hamburg umhergeirrt sind (und ich normalerweise schon längst im Bett läge), meint der Fahrer, wenn jemand in Hagendeel aussteigen möchte, möge er ihm bitte den Weg erklären, denn er kenne die Haltestelle nicht.

Ich kenne den Weg zwar nicht, dafür aber mein iPhone und ein anderer Fahrgast. Um sicherzugehen, dass ich auch dort ankomme, wo ich hinmöchte, stehen wir zu zweit neben dem Fahrer und lauschen dem Betriebsfunk. Der wiederum warnt vor der Station Hagendeel, die mit Gelenkbussen nicht anzufahren sei.

Aber immerhin maulte keiner der Fahrgäste herum.

Mein fester Arbeitsplatz

Nach dem wirklich sehr angenehmen ersten Arbeitstag war der zwei deutlich schlimmer. Die ersten drei Stunden das Tages verbrachte ich damit, die Spülmaschine einzuräumen, die Küche zu säubern und die Spülmaschine wieder auszuräumen. Nachdem ich erfuhr, dass diese „einfache Arbeit“ ehemals von einer „Zeitarbeitskraft“ ausgeführt wurde, tat ich wiederum kund, dass ich in meiner Kriegsdienstverweigerung geschrieben hätte, bedürftigen Menschen helfen zu wollen und nicht bloß deren Geschirrspüler einzuräumen (wobei über die Hälfte des Geschirrs dem Personal gehört) und Kaffee zu kochen (den größtenteils das Personal trinkt), räume ich weitere zwei Stunden den Geschirrspüler ein und aus, bis ich endlich meine Frühstückspause halten durfte. Das war um 12 Uhr auch nicht unbedingt zu früh.

Nachdem sich der Morgen noch eine Weile so hinschluderte, kam mit dem Personalwechsel eine deutliche Wende. Ich bekam endlich etwas zu tun, sortierte einige medizinischen Hilfsmittel, wog die Bewohner, desinfizierte in voller Montur eine infizierte Matratze. Zwar alles nicht so sehr anspruchsvoll, aber abwechslungsreich und besonders letzteres durchaus spannend.