Die Apfelmännchen auf meinem Homescreen

Für abends im Bett ist das iPhone perfekt. Das Allzweckhandy ist nicht so sperrig wie das MacBook Pro und eignet sich auf für die Benutzung unter einer Bettdecke, wenn denn Safari nicht ständig den Landscape-Modus aktiviert, wenn man sich in die Horizontale bewegt.

Darum verlegte ich mich auf die Karten-Applikation, die schlicht Karten heißt. Die englische Bezeichnung, Maps ist ja durchaus gängig, aber deren Übersetzung Karten scheint mir mehr als nur zu schnörkellos.

Moment, führt die auf dem Icon abgebildete 280 nicht am Apple-Hauptquartier vorbei? Und sieht die Straße südlich dem Infinite Loop nicht ähnlich? Ein Blick in die Karten bestätigt meine Vermutung: die Apfelmännchen haben sich tatsächlich auf Millionen Homescreens verewigt.

4 Minutes (to save the World)

Wo kam denn nur plötzlich dieses komische Selbstbewusstsein her? Nachdem ich in den vergangenen Jahren ziellos über dieses Stadtfest stromerte und mich mehr schlecht als recht bewies, wenn es irgendwie darum ging, fremde Menschen anzusprechen und um ein Foto klarzumachen… war gestern alles anders?! Mal wieder?! Schon wieder?!

Gestern bekam ich nicht nur Fotos, sondern auch Küsschen und Handy-Nummern. Freiwillig, versteht sich, ohne dass ich jemanden angesprochen hätte. Das hat nun nicht unbedingt mit Selbstbewusstsein schon zu tun, aber statt schnell auf den Auslöser zu drücken und mich aus einer Horde kreischender Mädchen möglichst schnell zu entfernen, fing ich das an, was man in der wirklichen Welt wohl als Small-Talk bezeichnet. Und angesichts der vorhin beschriebenen Resultate will ich meinen, dass ich gar nicht mal so schlecht war.

Und das, obwohl ich schon reichlich scheiße ausgesehen haben muss. Seit acht Uhr war ich auf den Beinen, die meiste Zeit mit der Kamera in der Hand, erst bei einer städtischen Veranstaltung, dann auf einem Stadtfest, aber immer mit sieben Kilogramm Kamera beladen. Damit sehe ich dann irgendwann aus wie Quasimodo vom Kirchturm. Zwischendurch hielt ich ein halbstündiges Nickerchen im Auto und sortierte meine bisherigen Fotos bei McDonald’s, während ich zwei Royal TS futterte.

Vielleicht ist aber auch bloß der Anspruch der jungen Damen gesunken. Das soll ja in Zeiten der Verknappung durchaus vorkommen und der deutlich merkbare Alkoholspiegel mag sein übriges getan haben.

Ärzte-Porno

Als ich mein endlich mein iPhone bekommen hatte, verkaufte ich mein altes Sony-Ericsson K320i gewinnbringend an meine Mutter. Mit etwas Verspätung ergab sich gestern folgender Dialog:

Mag: „Hast du diesen Porno-Film auf deinem alten Handy gespeichert?“
Ich (*schwitz*): „Nein, nicht dass ich wüsste. Sowas guck ich doch gar nicht!“
Mag: „Hier, Porno-Atombombe und so!“
Ich: „Ach das, das hatte ich mal raufgespielt, um zu sehen, wie die Soundqualität bei dem kleinen Handy so ist. Kannst ja einfach löschen, das Lied.“
Mag: „Habe ich schon. Ich hab das vorhin im Wartezimmer abgespielt und wusste nicht, wie man es auskriegt!“